08/22/2006
klimawandel durch menschenhand (german) - links in english language
viele populäre und wissenschaftliche stimmen hatten ja schon immer behauptet, dass der klimawandel zum teil auch durch den menschen mitverantwortet wird, zumindest ein unmittelbarer ursachenzusammenhang hierzu besteht. in einer online-ausgabe des spiegel-magazins entdeckte ich hierzu einen sehr interessanten bericht.
hier der bericht, anschliessend ein paar links für den recherchierenden leser.
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US-STUDIEN
Klimawandel löst stärkere Hurrikane aus
Von Volker Mrasek (spiegel online)
Ist der Klimawandel und damit der Mensch mitschuldig an der Hurrikan-Rekordsaison 2005? Seit der "Katrina"-Katastrophe von New Orleans haben Experten darüber gestritten. Jetzt halten zwei US-Forscherteams die menschliche Mitverantwortung für bewiesen.
Ein knappes Jahr nach der Hurrikan-Katastrophe von New Orleans geht an der Ostküste der USA wieder die Angst um: Wird es wieder zu Wirbelstürmen kommen, die ähnlich vernichtende Wirkung erreichen wie "Katrina" und "Rita" im vergangenen Jahr? Droht eine Neuauflage der Rekord-Sturmsaison 2005?
Neue Studien von Klimaforschern sprechen dafür, dass sich die Bewohner der US-Ostküste langfristig tatsächlich auf neue Katastrophen einstellen müssen. Gleich zwei neue Studien erhärten den Verdacht, dass die Rekordsaison 2005 mit ihren insgesamt 28 Hurrikanen und Tropenstürmen maßgeblich vom Klimawandel befeuert wurde. Damit wächst zugleich die Sorge, dass Wirbelstürme über dem Atlantik bei weiter steigenden Meerestemperaturen in Zukunft noch zahlreicher und stärker werden könnten. Denn ein wärmerer Ozean und höhere Verdunstungsraten füttern Hurrikane mit zusätzlicher Energie.
James Brian Elsner, Professor für Geografie an der Florida State University in Tallahassee, wird am Mittwoch dieser Woche im Fachblatt "Geophysical Research Letters" eine neue Analyse vorlegen. Demnach lässt sich die Erwärmung des Nordatlantiks während der Hurrikansaisons der letzten Jahrzehnte verlässlich auf die Erwärmung der Atmosphäre zurückführen. Umgekehrt sei das nicht der Fall, sagt Elsner: "Im statistischen Sinne verursacht ein Temperaturanstieg in der bodennahen Luftschicht den Temperaturanstieg der Meeresoberfläche." Das sei "der erste direkte Beleg" für den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und aktiver gewordenen Hurrikanen im Atlantik.
Was erwärmte sich zuerst? Wasser oder Luft?
Elsner hatte sich die Klimadaten der vergangenen 135 Jahre besorgt und untersucht, welcher Zusammenhang zwischen Meeres- und Lufttemperaturen besteht. Entscheidend ist dabei die Frage, ob sich zuerst das Oberflächenwasser des Nordatlantiks erwärmt hat oder die bodennahe Luft.
Schon lange schwelt ein wissenschaftlicher Streit darüber, ob der Anstieg der Temperatur im Nordatlantik - insbesondere im für die Hurrikan-Entstehung entscheidenden Bereich zwischen dem 10. und 20. Breitengrad - dem menschlichen Einfluss zuzuschreiben ist oder nur einem natürlichen Klimazyklus folgt. Eine solche Oszillation existiert tatsächlich: Langfristige Veränderungen der Tiefenströmungen führen dazu, dass sich der Ozean auch ohne das Zutun des Menschen erwärmt und dann wieder abkühlt, und zwar auf Zeitskalen von mehreren Jahrzehnten.
Deshalb gibt es im tropischen Nordatlantik ohnehin Phasen mit erhöhter und mit niedriger Hurrikan-Aktivität. Im Augenblick sei das Meer in seinem Warmzustand, und vor allem deshalb bringe es Monsterstürme wie "Katrina" und "Rita" im Vorjahr hervor, sagen die Verfechter der Oszillationstheorie.
Steigt aber erst die Außen- und dann die Meerestemperatur, würde das auf einen zunehmenden Einfluss atmosphärischer Treibhausgase und damit auf eine Verantwortung des Menschen hindeuten. Und genau das, meint Elsner, ist nun bewiesen.
Unterstützung bekommt er von Kollegen, die unmittelbar zuvor zu ähnlichen Schlüssen gekommen sind. Kevin Trenberth und Dennis Shea vom National Center for Atmospheric Research (NCAR) in Boulder haben sich fleißig durch Wetterarchive gekämpft. Jahr für Jahr, beginnend im frühen 20. Jahrhundert, haben sie die global gemittelte Meerestemperatur mit der im tropischen Nordatlantik verglichen. Abweichungen, so die Logik der NCAR-Experten, könne man dem natürlichen Klimazyklus im Nordatlantik zuschreiben.
"Katrina" profitierte von ausbleibenden Winden
Auf diese Weise haben Trenberth und Shea auch die heiße Hurrikansaison 2005 seziert. Ihr Fazit: Die natürliche Oszillation spielte keine große Rolle bei der ungewöhnlichen Meereserwärmung des vergangenen Sommers. Die Forscher schreiben ihr einen Anteil von lediglich zehn Prozent (0,1 Grad Celsius) zu, heißt es in ihrer Studie, die ebenfalls in den "Geophysical Research Letters" erschienen ist. Den Beitrag des Klimawandels veranschlagen die Forscher dagegen auf 0,45 Grad. "Die langfristige Erwärmung der Ozeane dürfte die Entstehung von Hurrikanen begünstigen", folgert Trenberth.
Er selbst weist allerdings darauf hin, dass es auch noch andere wichtige Wetterfaktoren gibt, die über das Aufkommen und Abflauen von Wirbelstürmen entscheiden. Hurrikane wie "Katrina" und "Rita" profitierten nicht nur von den Badewannen-Temperaturen des Meerwassers im Sommer 2005, sondern auch vom Ausbleiben starker Scherwinde aus unterschiedlichen Richtungen, die einen Wirbelsturm schnell wieder zersausen können. Darum lässt sich kaum sagen, wie stark die Klimaerwärmung atlantische Hurrikane wirklich zusätzlich aufpäppelt.
Zudem weist Christopher Landsea vom Hurrikan-Zentrum der US-Wetterbehörde NOAA darauf hin, dass es in den zwei Jahrzehnten vor "Katrina" keine erkennbare Zunahme in der Intensität tropischer Wirbelstürme gegeben habe. Und das, so der Meteorologe im Fachblatt "Science", obwohl die globale Meerestemperatur in dieser Zeit um 0,25 Grad Celsius gestiegen sei: "Extreme Wirbelstürme hätten in den letzten beiden Dekaden eigentlich häufiger werden müssen." Gibt es also gar keinen Trend? Oder stimmten die sonstigen Randbedingungen einfach nicht?
Hitzewelle in der Hurrikan-Küche
Landsea rät dazu, die vorhandenen Datensätze noch einmal gründlich zu analysieren. Und er begrüßt ausdrücklich, dass Klimaforscher in ihren Modellrechnungen extreme Wetterereignisse wie Hurrikane inzwischen stärker im Blick haben. Denn auch der Skeptiker stimmt im Prinzip mit dem überein, was James Elsner in seiner jüngsten Studie schreibt: "Dass der Klimawandel die Zerstörungskraft von Hurrikanen steigern kann, ist ein Grund zur Sorge."
Denn sollten Elsner, Trenberth und Shea Recht behalten, könnte es an der US-Ostküste ziemlich ungemütlich werden. Nach NOAA-Daten hat sich das Oberflächenwasser im tropischen Nordatlantik zwischen dem 10. und 20. Breitengrad während des vergangenen Jahrhunderts um 0,6 Grad Celsius erwärmt. Im Rekordsommer 2005 lag die Temperatur sogar um fast ein Grad Celsius über dem Mittelwert für diese Jahreszeit. Klimamodellen zufolge wird sich die Hurrikan-Küche auch in diesem Jahrhundert weiter erwärmen.
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interessante links zur thematik (englisch):
http://www.agu.org/pubs/crossref/2006.../2006GL026894.shtml (atlantic hurricanes and natural variability in 2005)
http://www.weather.com/hurricanecentral/learn_saffir.html?from=hurricane_welcome (learn how hurricanes form on weather.com)
http://www.bbc.co.uk/science/hottopics/naturaldisasters/hurricanes.shtml (tornadoes and hurricanes - learning center, bbc uk)
15:36 Posted in Science | Permalink | Comments (0) | Email this | Tags: hurricanes, klimawandel, geography, wissenschaft
spass mit dem finanzamt?
ja,...dass mit steuern spass haben kann, zeigt das neue buch von ralf sikorski. er hat bereits bücher zu anderen interessenten themengebieten, wie etwa die abgabenordnung verfasst und allerlei kuriositäten gesammelt.
hier eine rezension:
"Kann nicht zahlen, weil ich tot bin"
Viele Menschen begegnen dem Finanzamt bewusst mit Komik. Einige Kuriositäten hat nun ein Finanzbeamter aufgeschrieben.
„Ich bin zur Abgabe der angeforderten Steuererklärung nicht verpflichtet, weil ich am 24.12.2002 verstorben bin“. Absurdes aus dem Alltag beim Finanzamt hat der stellvertretende Leiter des Amtes in Herne, Ralf Sikorski (47), in einem Buch gesammelt.
Die Erklärung des Toten war eine Erklärung des Steuerberaters im Namen des Gestorbenen. Der Titel von Sikorskis Buches lautet: „Wo bitte kann ich meinen Mann absetzen?“
„Viele Menschen begegnen dem Finanzamt bewusst mit Komik“, sagt Sikorski, „manche auch unfreiwillig komisch“. So reichte eine Familie augenzwinkernd ein Lebkuchenhaus ein und beantragte dafür formlos die Eigenheimzulage.
Spaß oder trauriger Ernst
Ein steuerpflichtiger Brummi-Lenker gab hingegen „elkaweh-fara“ als ausgeübten Beruf an und Sikorski weiß nicht, ob es der Betroffene besser gewusst hätte.
Ein in Deutschland lebender Afrikaner schrieb an sein Finanzamt, dass er zu seinem Bedauern die Vordrucke zur Steuererklärung zurückgeben wolle: „Ich habe an diesem, Ihrem Einkommenssteuerdienst, keinerlei Interesse. Bitte streichen Sie meinen Namen aus Ihrer Kundenliste, denn dieses System verwirrt mich und ich weiß nicht, wer Ihnen meinen Namen als Interessenten genannt hat.“
Ein Austrittswunsch ging auch beim Finanzamt Gladbeck ein. In einem aufwendig selbstgestalteten Formular gab der Absender als Begründung an: „Ich habe schon einmal Steuern bezahlt und es hat mir nicht gefallen.“
Alternativen in dem fingierten Formular wären gewesen: „Ich bin verheiratet und mein Partner macht so viel Sonderausgaben“ sowie „Der Bundesfinanzminister war mit mir im selben Kindergarten“.
Statt seines Austritts erklärte im August 2004 ein anderer Bürger der Bundesrepublik den „Bürgerkrieg“. Laut Sikorski schrieb er allen Finanzämtern in Deutschland einen Brief, in dem es unter anderem hieß: „Ich lehne die Steuergesetzgebung der Bundesrepublik ab. Ich hasse alle Beamten. Ich fühle mich getreten und gedemütigt. Und bestohlen.“
Autor Sikorski findet es gar nicht so erstaunlich, dass in Finanzämtern derart heftige Schreiben landen. „Kaum ein anderes Rechtsgebiet wird jedes Jahr so vergewaltigt wie die Steuergesetzgebung - und das alles im Namen der Gerechtigkeit. Da wundert man sich nicht, wenn unzählige Kuriositäten ins Haus flattern.“
Vor drei Jahren gab Sikorski bereits einen ersten Stilblütenband heraus. „Ich habe Bücher zur Abgabenverordnung und Umsatzsteuer sowie Klausurenbände verfasst“, sagt der ehemalige Dozent der Fachhochschule für Finanzen Nordrhein-Westfalen.
Doch nie zuvor sei die Freude beim Verfassen und die Reaktion auf das Werk so groß gewesen wie bei der Kuriositätensammlung.
Auch beim zweiten Buch hatte er wieder Material von Mitarbeitern, Studenten, Steuerberatern und Finanzbeamten aus ganz Deutschland zur Verfügung.
Neben echten Briefen und Korrespondenzen aus den Ämtern finden sich auch allgemeine Zitate und Sprüche über die Steuer in dem Buch. Bebildert hat es der Berliner Zeichner Philipp Heinisch.
aus:
Ralf Sikorski: Wo bitte kann ich meinen Mann absetzen? Stilblüten und Humorvolles rund ums Steuerrecht. Verlag Neue Wirtschafts-Briefe, Herne, 127 S., Euro 24,00, ISBN 3-482-54671-1
edited by globalnomad9
13:18 Posted in Books | Permalink | Comments (0) | Email this | Tags: journal, humor, steuern
08/21/2006
der konflikt im kongo (german)
die bundeswehr ist im rahmen eine eu-truppe in der demokratische republik kongo dabei, die ersten demokratischen wahlen des landes zu sichern. es ist daher empfehlenswert, ein wenig über das land selbst, das mandat und hierzu verfügbare informationen zur allgemeinen aufklärung zu verbreiten. hierzu hat sich eine dame im auswärtigen amt ein paar gedanken gemacht und ein hervorragendes briefing vorbereitet, welches keinen allzugrossen überraschungen beinhaltet, dennoch wichtig ist.
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Der Kongokonflikt
In der Demokratischen Republik Kongo werden Ende Juni dieses Jahres die ersten freien Parlaments-
und Präsidentschaftswahlen seit mehr als vier Jahrzehnten stattfinden. Diese ersten
freien Wahlen könnten für den Kongo das Ende der mehr als 40 Jahre andauernden, immer wieder
aufflammenden Kampfhandlungen bedeuten. Die Europäische Union will ca. 1 500 Soldaten in den
Kongo entsenden, um die dort bereits stationierten 17 000 Blauhelmsoldaten bei der Sicherung der
Wahlen zu unterstützen.
Jahrzehntelange Auseinandersetzungen zwischen ökonomischen Konkurrenten und ethnischen
Gruppen, die nach Schätzungen der Vereinten Nationen seit 1998 rund 3 Millionen Menschenleben
forderten, haben den Kongo und die gesamte Region destabilisiert.
1960 wurde die ehemals belgische Kolonie überstürzt in die Unabhängigkeit entlassen. Der
erste kongolesische Präsident Joseph Kasavubu und sein Premierminister Patrice Lumumba
waren politische Rivalen, was die Regierungsarbeit von Anbeginn erheblich belastete.
Die folgenden 5 Jahre („Kongo- Wirren”) waren geprägt von Abspaltungsversuchen rohstoffreicher
Provinzen wie Katanga im Süden und Kivu im Osten des Landes. Diese Regionen verfügen
über hohe Anteile an Bodenschätzen wie Gold, Kupfer, Diamanten und Coltan - ein Mineral, das
für die Herstellung von Mobiltelefonen benötigt wird. Den Abspaltungsversuchen trat die Regierung
militärisch entgegen, teilweise mit der Unterstützung von UN- Truppen (z.B. 1960-1964 in der Provinz
Katanga).
Am 24. November 1965 übernahm Generalstabschef Sese Seko Mobutu nach einem Militärputsch
die Staatsgewalt und gestaltete das Land in seiner 32 Jahre währenden Regierungszeit zu
einem zentralistischen, totalitären Präsidialregime.
Er schuf ein Einparteiensystem unter dem „Mouvement Populaire de la Révolution”, verstaatlichte
den Bergbau und andere wichtige Wirtschaftssektoren und ließ politische Gegner hinrichten. 1971
nahm er die Umbenennung der DR Kongo in Zaire vor und schlug 1978/79 mit belgisch- französischer
Militärhilfe Aufstände in Shaba (ehemals Katanga) nieder.
Nach dem Ende des Ost- West-Konfliktes im Jahre 1990 sah sich Präsident Mobutu gezwungen,
demokratische Reformen anzukündigen. Trotz der Bildung eines Übergangsparlaments blieben die
alten Machtstrukturen jedoch weitgehend bestehen. Ethnische Konflikte (vor allem in den Regionen
Shaba und Kivu) und fortschreitender wirtschaftlicher Verfall verschärften die politische Situation.
1994 flohen mehr als 1 Million ruandische Zivilisten in die Region Kivu im Osten des Landes, darunter
auch viele Mitglieder der für den ruandischen Völkermord verantwortlichen Interahamwe-
Milizen.
Die Regierungen der Nachbarländer Uganda und Ruanda befürchteten, dass sich diese Milizen in
Zaire neu formieren und ihren Kampf von dort aus fortsetzen könnten. Als Anfang Oktober 1996 in
der Provinz Südkivu die rund 300 000 seit Generationen ansässigen Banyamulenge-Tutsi (ruandisch
sprechende Minderheit, die sich selbst als Kongolesen sehen, von den meisten anderen Bevölkerungsgruppen
jedoch als Ruander betrachtet werden) aufgefordert wurden, das Land umgehend
zu verlassen, sah Ruanda seine Befürchtungen bestätigt und entsandte Militär in die Region.
Gemeinsam mit Uganda unterstützten sie die Bildung der Rebellenbewegung „Allianz demokratischer
Kräfte zur Befreiung des Kongo- Zaire” (AFDL), die unter der Führung von Laurent- Désiré
Kabila zunächst den Osten des Landes eroberte und danach zügig ins Landesinnere vordrang.
Binnen acht Monaten brachten die Rebellen weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle, nahmen
am 17. Mai 1997 die Hauptstadt Kinshasa ein und stürzten das Regime von Präsident Mobutu.
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Verfasserin: Isabell Nitsche (gepr. Rk’n), Fachbereich XI – Geschichte, Zeitgeschichte, Politik
Der AFDL- Führer Kabila proklamierte sich nach gescheiterten Friedensgesprächen zwischen den
Rebellen und Vertretern der Regierung zum neuen Staatspräsidenten, setzte die provisorische
Verfassung außer Kraft und benannte das Land in „Demokratische Republik Kongo” um. Er
bildete eine Übergangsregierung und kündigte Präsidentschafts- und Parlamentswahlen an.
Uganda und Ruanda erwarteten von Kabila u. a. die Entwaffnung der Interahamwe- Milizen, die
sich vor allem im Ost- Kongo aufhielten und von dort aus einen Guerilla- Krieg gegen die neue
Regierung Ruandas führten. Diesen sicherheitspolitischen Forderungen seiner Verbündeten kam
der Präsident jedoch nicht nach, und so begann im August 1998 eine von Ruanda und Uganda
(später auch Burundi) unterstützte Rebellion gegen Kabila, die sich zu einem landesweiten Bürgerkrieg
ausweitete.
Im Verlauf des Krieges konnte Präsident Kabila Angola, Simbabwe und Namibia zur Unterstützung
seiner schwachen Streitkräfte gewinnen.
Während Ruanda die in den Kivu- Provinzen operierende Rebellengruppe „Rassemblement
Congolais pour la Démocratie” (RCD) unterstützte, kam es im Norden des Landes unter der
Führung von Jean-Pierre Bemba (jetziger Präsidentschaftskandidat) zur Gründung einer weiteren
Rebellengruppe. Die MLC („Mouvement pour la Libération du Congo”) rückte mit ugandischer
Hilfe vom Norden des Landes auf Kinshasa vor.
Der internationalen Gemeinschaft gelang es im Juli 1999 das Lusaka- Waffenstillstandsabkommen
durchzusetzen, das von den Regierungen der am Konflikt beteiligten Staaten und der
Rebellengruppe MLC unterzeichnet wurde. Das Friedensabkommen, das u. a. die Entwaffnung der
ausländischen Milizen, den Rückzug der ausländischen Truppen, sowie die Durchführung eines
„innerkongolesischen Dialogs” vorsah, wurde jedoch nicht umgesetzt. Auch die Stationierung von
Truppen der UN- Mission (MONUC) mit bis zu 5 600 Mann (UN-Resolution 1291) führte nicht zur
vollständigen Einstellung der Kampfhandlungen. Vor allem in den ostkongolesischen Kivu- Provinzen
setzten sich die Kämpfe unvermindert fort.
Nach einem tödlichen Attentat auf den Präsidenten übernahm sein Sohn Joseph Kabila im Januar
2001 die Amtsgeschäfte. Er versprach, mit der MONUC zusammenzuarbeiten und die Bemühungen
um einen „innerkongolesischen Dialog” zu unterstützen.
Gleichwohl wurden erst in der Jahresmitte 2002 erste Anzeichen für die Überwindung des Konflikts
sichtbar. Es wurden separate Friedensverträge zwischen Präsident Kabila und Ruanda
(Pretoria- Abkommen) respektive Uganda (Luanda- Abkommen) geschlossen. Im Dezember
2002 unterzeichneten dann auch die wichtigsten Rebellenbewegungen mit der Regierung ein
Friedensabkommen.
Im Mai 2003 entbrannte jedoch im Nordosten des Kongo ein weiterer Konflikt: In der Region Ituri
im Grenzgebiet zu Ruanda und Uganda verschärften sich die Kämpfe zwischen den verfeindeten
Volksgruppen der Lendu (sesshafte Ackerbauern) und Hema (nomadisierende Viehzüchter). Die
Auseinandersetzung drehte sich vor allem um Landbesitz und forderte bislang rund 50 000 Todesopfer
und 500 000 Vertriebene. Infolge der Ituri- Krise wurde die UN-Mission im Kongo auf 10 800
Blauhelmsoldaten vergrößert (UN-Resolution 1493).
Als im Dezember 2004 ruandische Truppen unter dem Vorwand, ruandische Hutu- Rebellen zu
verfolgen, erneut in den Osten des Landes einmarschierten, wurden die UN- Truppen im Februar
2005 ermächtigt, die Milizen mit Waffengewalt zu entwaffnen, deren Führer festzunehmen und
zum Schutz der Zivilbevölkerung Gewalt anzuwenden.
Die im Dezember 2005 durch Referendum bestätigte neue Verfassung ermöglichte den Aufbauneuer
staatlicher Strukturen.
Die bevorstehenden ersten freien Wahlen könnten für den Kongo das Ende der mehr als 40 Jahre
währenden, immer wieder aufflammenden Kampfhandlungen bedeuten, denen Millionen von Menschen
zum Opfer fielen.
Autorin und Verfasserin: Isabell Nitsche (gepr. Rk’n), Fachbereich XI – Geschichte, Zeitgeschichte, Politik
ebenso empfehlenswerte links hierzu:
http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=9&land_id=85 (auswärtiges amt, zugang am 21.8.06, 23:00 MEZ)
http://www.un.org/News/Press/docs/2006/sc8698.doc.htm (un-resolution 1671)
http://www.monuc.org/Home.aspx?lang=en (die un-mission im kongo)
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23:11 Posted in News and the World | Permalink | Comments (0) | Email this | Tags: congo, human rights, international politics, military
08/19/2006
alle menschen sind gleich
es lohnt sich ab und an mal einen ausflug in die geschichte zu betreiben. die "alten" philosophen in der geschichte haben immer wieder ideen, thesen, gedanken geäussert, die in unserem heutigen modernen leben einzug erhalten haben. gerade in zeiten, in denen konflikte aller orten überhand nehmen und vermeintlich zum chaos in der welt herbeiführen, ist es vielleicht ab und an mal angebracht, sich dazu mal ein paar "alte" philosophen zu herzen zu nehmen. ich möchte hier jean-jacques rousseau anführen, zu verorten im geschichtsträchtigen zeitraum der französischen revolution. warum ich dies tue? weil die anstrengung zum anerkennen des anderen, die gegenseitige toleranz und der anspruch der versöhnung (reconciliation) ständiges treiben sein muss. moral und ethik spielen hierbei eine besondere rolle. die technische umsetzung fällt allen schwer. vielleicht helfen leitsätze, leitmotive, um sich an seine alltäglichen, menschlichen ziele zu erinnern:
Dazu sagt Rousseau: „Warum haben Könige kein Mitleid mit ihren Untertanen? Weil sie nie damit rechnen, jemals nur Mensch zu sein. Warum sind die Reichen so hart gegen die Armen? Weil sie keine Angst haben, jemals arm zu werden. Warum verachtet der Adel so sehr das Volk? Weil ein Adliger niemals Gemeiner werden kann.“ Aufgrund dieser Schwierigkeit stellt Mitleid von sich aus keineswegs das vollkommene soziale Heilmittel dar. Wir neigen dazu, denen am meisten Mitleid entgegenzubringen, mit denen wir uns leicht zu identifizieren vermögen. Wenn unsere Gesellschaft deutliche soziale Grenzziehungen hervorgebracht hat, können wir in unserem Mitleid scheitern. Auf der anderen Seite zeigt Rousseau auf überzeugende Weise, daß das Gefühl des Mitleids selbst zur Überwindung dieser Schwierigkeit beiträgt. Dies kann er deshalb behaupten, weil die Mißgeschicke, auf die wir mit Mitleid reagieren - Todesfälle, Verletzungen, der Verlust geliebter Menschen, die Aberkennung der Staatsbürgerschaft, Hunger und Armut - äußerst reale und allgemeine Phänomene darstellen. Sie gehören zum gemeinsamen Schicksal aller Menschen. Aus diesem Grund betrügen sich jene Könige selbst, die leugnen, das Los des einfachen Bauern könne auch ihnen widerfahren. Es kann ihnen widerfahren. Kein Mensch ist gegen diese Schicksalsschläge gefeit, denn: „Von Natur aus sind die Menschen weder Könige, noch Fürsten, noch Hofleute, noch reich. Alle werden nackt und arm geboren; alle sind dem Elend, den Kümmernissen und Schmerzen aller Art unterworfen. Am Ende sind alle zum Sterben verurteilt. Das ist das Schicksal des Menschen, kein Sterblicher kann ihm entrinnen. [ ... ] Jeder kann morgen das sein, was heute derjenige ist, dem man Hilfe leistet. [...] Gewöhnt also euren Zögling nicht daran, von der Höhe seines Glücks auf die Leiden der unglücklichen und die Mühen der Elenden hinabzuschauen. Hofft nicht, ihm Bedauern einzuflößen, wenn er sie als Fremde ansieht. Macht ihm begreiflich, daß ihr Los auch seines sein kann [...]“
by globalnomad9
14:24 Posted in notebOOk | Permalink | Comments (0) | Email this | Tags: philosophie, ethik, journal, moral, werte, geschichte
08/18/2006
der prozess um die anschläge vom 11.9.01 (GE/EN)
nunmehr liegt das ganze grauen über die vorgänge zum 11.9. vor: das us-bundesgericht in alexandria hat aus 1200 beweisen, aus dem prozess gegen moussaoui das terrorpuzzle ins internet gestellt.
finally, a u.s.-supreme court in alexandria presented to the internet-public the details and the evidence of the trial against the terror suspect moussaoui - a dazzling terrorpuzzle.
hier, der link - the link:
http://www.vaed.uscourts.gov/notablecases/moussaoui/exhibits/
edited by globalnomad9
18:04 Posted in News and the World | Permalink | Comments (0) | Email this | Tags: politics, war, terror, media
08/17/2006
the media's blind spot
media has certain role to play and can be described as the 4th power within the foundations of institutional democracy, apart from legislative, judicial and executive powers.
but, often, media operations are biased.
read more in an article, brought to you by niall stanage, new york observer:
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Under Fresh Attack, Media Turns a Blind Eye
The New York Observer| August 16, 2006 | Niall Stanage
When prosecutors won the right to inspect reporters’ phone records earlier this month—potentially unmasking numerous secret sources—the story barely caused a ripple.
Such a blatant threat to the freedom of the media might once have stirred national outrage, or at least a spirited debate.
But if government intrusion into the media’s rights isn’t receiving the attention it deserves, the press has only itself to blame, with leading outlets like The New York Times weighing in on the subject inconsistently and in a way that seems to be motivated more by political ideology than institutional self-interest.
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read more at:
http://www.observer.com/20060821/20060821_Niall_Stanage_media_wiseguys.asp
edited by globalnomad9
20:02 Posted in communication | Permalink | Comments (0) | Email this | Tags: media, communication studies, politics
wahrung der universellen menschenrechte
Richterin: Abhörprogramm der US-Regierung verfassungswidrig
Donnerstag 17. August 2006, 19:03 Uhr
Detroit (AP)
US-Präsident George W. Bush hat eine schwere juristische Niederlage erlitten: Erstmals erklärte ein US-Gericht das Abhörprogramm des Geheimdienstes NSA zur Terrorabwehr für verfassungswidrig. Die Überwachung von Telefongesprächen ohne richterliche Genehmigung verstoße gegen das Recht auf Privatsphäre und auf freie Rede, urteilte Bundesrichterin Anna Diggs Taylor am Donnerstag in Detroit. «Das öffentliche Interesse in dieser Angelegenheit ist klar. Es ist die Erhaltung unserer Verfassung», schrieb Taylor in ihrer Urteilsbegründung.
Das Abhörprogramm des Geheimdiensts NSA war im Dezember von Medien aufgedeckt worden. Geklagt hatte die Amerikanische Bürgerrechtsunion ACLU, die stellvertretend für mehrere Journalisten, Forscher und Anwälte handelte. Diese fürchten, der Lauschangriff könnte ihre Auslandskontakte gefährden. Abgehört werden nach Regierungsangaben ausschließlich Telefonate zwischen US-Bürgern und ausländischen Gesprächspartnern. Die Zeitung «USA Today» berichtete im Frühjahr allerdings, Telefongesellschaften hätten auch zahlreiche Inlandsgespräche aufgezeichnet und an die NSA weitergeleitet.
Bush hatte den Lauschangriff nach den Terroranschlägen vom 11. September ohne Zustimmung des Kongresses angeordnet. Nur einzelne Mitglieder der Geheimdienstausschüsse waren über das Überwachungsprogramm informiert. Die Regierung hat wiederholt Vorwürfe zurückgewiesen, der Präsident habe damit seine Kompetenzen überschritten.
edited by globalnomad9
19:55 Posted in News and the World | Permalink | Comments (0) | Email this | Tags: human rights, news
die hintergründe über den karikaturenstreit
weltweit brannten dänische flaggen, nachdem mohammed-karikature in der dänischen zeitung jyllands-posten erschienen. bislang wurde viel hierzu geschrieben, analysiert und reflektiert. da die wahrheit immer weniger nachzuvollziehen ist, ist es an der zeit die herausgeber, die beteiligten personen, die hintergründe und verhaltensweisen der am prozess beteiligten hervorzuheben. hierzu gibt es einen hervorragenden beitrag im sz-magazin (http://sz-magazin.de, zugang am 17.8.06, um 17h00 MEZ) über zwei redakteure, die am vorgenannten prozess beteiligt waren.
hier ein auszug:
"Alles beginnt an einem Sommerabend im Juni 2005. Der dänische Kinderbuchautor Kåre Bluitgen ist im Kopenhagener Vorort Frederiksberg zu einer Party mit alten Freunden aus der linken Szene eingeladen. Hier trifft Bluitgen einen Journalisten der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau und erzählt ihm bei einem Bier, dass er dabei sei, ein Kinderbuch über den Propheten Mohammed zu schreiben. Allerdings habe er Probleme, einen Zeichner zu finden, der es illustrieren wolle. Drei Zeichner hätten aus Angst vor gewalttätigen islamistischen Repressalien abgesagt. Der Agenturjournalist wittert eine gute Geschichte. Drei Monate nach der Sommerparty, am Freitag, 16. September, um vier Uhr verschickt die Agentur Ritzau seine Story an die Redaktionen: »Dänische Künstler haben Angst vor Kritik am Islam«. Die Angst der Zeichner wird in einen Zusammenhang mit dem Mord an dem niederländischen Filmregisseur Theo van Gogh gestellt sowie mit einem gewalttätigen Überfall auf einen Dozenten der Universität Kopenhagen, der vor seinen Studenten laut aus dem Koran vorgelesen hatte..."
der komplette beitrag ist abzurufen unter (kopieren und in die browserzeile einfügen):
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/index.php?id=110&tx_ttnews[tt_news]=1589&tx_ttnews[backPid]=109&tx_ttnews[showUid]=224&tx_ttnews[catSelection]=6&cHash=cfba928b8e
edited by Jose Pascal da Rocha, globalnomad9@mac.com
19:28 Posted in communication | Permalink | Comments (0) | Email this | Tags: intercultural communication, news, politics, international relations
fürs kinderkriegen geld kassieren?!
ab und an komme auch ich nicht umhin mich über die welt der stars und solcher, die es werden möchten, zu wundern. hier, eine kleiner bericht aus der max-online, zugang am 17.8.06, 18h00 MEZ
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Federline kassiert fürs Kinderzeugen
Kevin Federline, Ehemann von Britney Spears, bekommt offenbar für jedes Kind eine Prämie.
Der ehemalige Tänzer und Möchte-gern-Rapper habe angeblich in seinem Ehevertrag eine Klausel, wonach für jedes gemeinsame Kind mit Spears die Kasse klingle, berichtet der Branchendienst „Msnbc.com“.
„Bevor er geheiratet hat, hat sich Kevin mit seinen Anwälten zusammengesetzt, um die rechtlichen Dinge zu klären. Er saß da wie ein begossener Pudel und hatte eine Baseballmütze ins Gesicht gezogen und als der Anwalt sagte, dass er einen Ehevertrag unterschreiben müsse, sah er richtig fertig aus. Aber dann hat der Anwalt erklärt, dass er für jedes Kind, das die beiden zusammen bekämen, eine ordentliche Summe kassieren würde. Seine Augen haben regelrecht gefunkelt“, sagte ein Informant dem Branchendienst. Federline und Spears erwarten im Herbst ihr zweites Kind.
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18:06 Posted in Leisure | Permalink | Comments (0) | Email this | Tags: boulevard, britney spears
08/16/2006
10 rezepte aus der küchenpsychologie (german)
wenn es mal wieder heiss hergeht, im privaten wie im beruf, es jedoch unabdinglich ist, zur aufrechterhaltung der kommunikation einige regeln der gesprächsführung zu beachten, dann helfen vielleicht diese 10 kleinen tipps aus der küchenpsychologie des konfliktmanagements:
1.) negative gefühle sollten immer in der "face-to-face"-kommunikation ausgetauscht oder erläutert werden. obgleich die kommunikation per e-mail heutzutage in der forschung und lehre ebenfalls als "face-to-face"-kommunikation angesehen wird, so wird allgemein anerkannt, dass dies bei emotionalen fragen zu unpersönlich und zu viel deutungsfreiheit beim rezipienten lässt, was im endeffekt eher eskalierend als deeskalierend wirkt.
2.) "ich verstehe" ist eine gute stütze, wenn der druck auf den schultern hoch ist und man mit dem am gespräch beteiligten partner bei der problemdiskussion gemeinsame grundlagen schaffen möchte; man zeigt damit auch kompromissbereitschaft.
3.) wenn man sich bedroht fühlt, sollte dies unbedingt sofort thematisiert werden. man sollte der versuchung widerstehen einfach aus der diskussion auszusteigen oder sich zu verteidigen - die grösste herausforderung für einen kommunikator.
4.) problemartikulation und anfragen an die person - dies sind bessere wege in der konfliktkommunikation als eine grössere distanz aufzubauen. der andere weiss vielleicht gar nicht, was los ist, obwohl man sich durch das verhalten verletzt fühlt.
5.) die spiegel-technik kann in hochemotionalen diskussionen eingesetzt werden, einmal um wirklich nachzuvollziehen, was der andere gesagt hat, und es bringt die diskussion auf den punkt, da emotionale debatten oft abdriften und themen angesprochen werden, die mit dem konflikt an und für sich nichts zu tun haben. auch eine sehr gute technik, wenn der andere verstehen soll, was man selbst fühlt.
6.) verantwortung für die eigenen gefühle übernehmen, nicht den fokus auf andere setzen. lieber in der ich-form über die eigene verletzung reden.
7.) man sollte lernen die beiden seiten des konflikts zu betrachten, als ob man eine dritte neutrale person wäre. wenn man zuhören kann und die beiden seiten der medaille erkennt, so ist man schneller in der lage auf eine einvernehmliche lösung hinzuarbeiten.
geht es bspw. um die gehaltserhöhung eines mitarbeiters oder arbeitnehmers, dann wäre es möglich, folgenden satz zu sagen: "auf der einen seite kann ich nachvollziehen, dass sie eine gehaltserhöhung haben wollen, auf der anderen seite vertrete ich die firma, deren ressourcen derzeit sehr begrenzt für eine solche gehaltserhöhung sind. gibt es andere möglichkeiten bzw. alternativen mit denen die anfrage nach einer gehaltserhöhung anderweitig kompensiert werden kann?". damit kann der verhandlungspartner durch die einnahme der mediatorssicht einen kreativen kompromiss zwischen den wünschen, interessen, begrenzungen und bedürfnissen aller parteien ausarbeiten.
8.) auf einer weiterentwickelten stufe sollte versucht werden, sportlich an einen konflikt heranzugehen. es sind fähigkeiten und fertigkeiten des konfliktmanagements, die genauso entwickelt werden können, wie muskeln im fitness-studio.
9.) man sollte auch ruhig mal eine pause einlegen, wenn die emotionale situation in unkontrollierte gefühle wie wut umschlägt. ein paar tage fördern die distanz zum emotionalen zentrum und lassen mehr freiräume für kreative lösungen zu.
10.) es sollte der versuch unternommen werden, den anderen ausreden zu lassen, zuzuhören, nicht in jähzorn zu verfallen oder zu "explodieren", wenn man angegriffen wird. es sollte nicht verständnis für die qualität der vorwürfe entwickelt werden, doch die verteidigung und die artikulation der eigenen gefühle, sollte in einem umfeld des kreativen und konstruktiven gesprächs erfolgen. einer kurzen phase der aufregung sollte eine phase des elaborierten umgangs mit den gefühlen folgen. sonst fühlen sich die partner, menschen unsicher, und fahren ihre abwehrschilde hoch, wenn man sich begegnet. die ängste und abwehrreaktionen der anderen zerstören auf dauer eine sonstwie geartete beziehung.
josé pascal da rocha, intercommadvisor@mac.com
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